Pressemitteilung

Am Samstag, den 07. August 2021 möchten Neonazis und Faschist*innen aus mehreren Teilen der Bundesrepublik Deutschland im thüringischen Weimar aufmarschieren. Das zivilgesellschaftliche Bündnis „Auf die Straße!“ ruft zu breiten Gegenprotesten und Aktionen auf. 

Wir werden mit unserem vielseitigen Protest deutlich machen, dass Weimar keinen Platz für Neonazis und deren Gedankengut hat, denn dieses hat in unserer Demokratie nichts zu suchen. Statt Aufmarsch wird es für die Rechten Abmarsch heißen! Rassismus und Faschismus sind keine Meinungen, sondern Teil einer Ideologie, die das Leben aller Menschen gefährdet, die ihr nicht anhängen. Deshalb gehört dieser Aufmarsch verhindert.“, so die Pressesprecherin Dylan Raabe des Bündnisses.

Der geplante Neonaziaufmarsch wird von führenden Gruppierungen und Organisationen aus der rechtsradikalen Szene initiiert. Darunter befinden sich unter anderem die faschistischen Parteien „NPD“ und „Die Rechte“, die dem gewalttätigen rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen sind.

Für die Teilnahme wird im gesamten Bundesgebiet geworben. Bisher haben sich bereits verschiedene faschistische Gruppierungen aus Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz angekündigt. Dem rechtsradikalen Aufmarsch wird durch die historische Bedeutung der Stadt Weimar und dem Versuch eines bundesweiten Schulterschlusses faschistischer Strukturen, eine bedeutsame Symbolwirkung für die rechtsradikale Szene im deutschsprachigen Raum zugeschrieben.

Dieser Aufmarsch ist ein Schlag ins Gesicht aller Überlebenden und Verfolgten des faschistischen NS-Regimes. Die sogenannten „Querdenken“-Proteste haben leider gezeigt, wie viele Menschen bereit sind, Seite an Seite mit Neonazis zu marschieren und Mahnungen der Zeitzeug*innen zu missachten. Umso wichtiger ist es nun, dass wir uns in Weimar zusammenschließen, egal ob als Nichtregierungsorganisation, Initiative, Gruppe, Familie, Freund*innen, Nachbar*innen oder Einzelperson, um zu zeigen, dass Antifaschismus einen wichtigen Teil einer solidarischen Gesellschaft bildet und rechtsradikale Aufmärsche ins Leere laufen werden.“, so Aktivist*in Finn B.

Weimar war schon in den Anfängen der Weimarer Republik eine Hochburg rechter Propaganda.​​​​​​​ Bereits bei den Landtagswahlen im Jahr 1932 hatte die NSDAP in Thüringen rund 37% der Stimmen bekommen und war damit zur stärksten Partei des Landes geworden. Auch wurde in unmittelbarer Nähe zur Stadt das Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg errichtet, an das heute eine Gedenkstätte erinnert. Es gilt also, den Anfängen zu wehren und sich entschieden für einen breiten antifaschistischen Widerstand einzusetzen. Deshalb werden verschiedene Gruppen und Initiativen Seite an Seite mit einer großen Demonstration sowie bunten und kreativen Protestformen den Aufmarsch eine entschlossene Absage erteilen. Das Bündnis „Auf die Straße“ ruft auf, sich an den Gegenprotesten zu beteiligen und die Aktionen gegen rassistische, faschistische und nationalistische Ideologien zu unterstützen.