Pressemitteilung zum 07.08.2021: Antifaschistischer Gegenprotest in Weimar erfolgreich!

Foto von Michael Weiland

Am 07. August 2021 konnte Weimars antifaschistisch zivilgesellschaftlicher Zusammenhalt gegen einen Neo-Naziaufmarsch gezeigt werden. Rund 2000 Menschen machten deutlich, dass sie den Neo-Nazis nicht unwidersprochen den öffentlichen Raum zugestehen, sondern sich durch vielfältige Proteste gegen Faschismus in der Gesellschaft einsetzen.

Alex M. aus dem Aktionsbündis „Auf die Straße!“ beschreibt die Motivation: “Gerade während des Yiddish Summer hier in Weimar möchte ich heute zeigen, dass die angereisten Neo-Nazis, Antisemit*innen und Geschichtsrevisionist*innen in Weimar keine Unterstützung finden werden! Wir solidarisieren uns klar mit allen von rechter Gewalt betroffenen Menschen und stellen uns konsequent gegen jede Art von Diskriminierung!“

Als Auftaktveranstaltung gegen die Neo-Naziversammlung kamen 250 Menschen am Vorabend zu einer Demonstration zusammen. Heute lief ein großer Demonstrationszug durch die Stadt, mehrere Mahnwachen und kleine Aktionen fanden statt. Aufgerufen wurde regional und überregional über ein breit aufgestelltes Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Einzelpersonen und linksradikalen Bündnissen. Viele Demonstrant*innen richteten Ihren Protest nicht nur gegen die Neo-Nazis auf der Straße in Weimar, sondern auch gegen faschistische
Strukturen in den Behörden wie der Polizei. Sie skandierten u.a. „Wo? Wo? Wo wart ihr in Hanau?“ und „Nazis morden, der Staat macht mit! Der NSU war nicht zu dritt!“. 

Uli K. von Omas gegen rechts sagte hierzu: „Die Demonstration verlief bunt und friedlich. Der Polizeieinsatz war von Anfang an auf Eskalation ausgerichtet, was u.a. mehrere Angriffe der Polizei auf die Versammlung und dauerhaftes abfilmen gezeigt haben.“

Auch die Demo-Sanitäter*innen vor Ort sahen den Einsatz der Polizei mehr als kritisch, diese twitterten: “Es gab mehrere Angriffe durch Seiten die Polizei durch Schubsen. Wir verurteilen dies aufs schärfste!“

Der Gegenprotest war nicht nur durch die zahlenmäßige Überlegenheit ein voller Erfolg, die Neo-Nazis haben sich auch sichtbar unwohl gefühlt. Dies wurde unter anderem durch das vier Stunden vorgezogene Ende der Nazi-Demonstration und Auslassen der Kundgebungen deutlich. Auch Anwohner*innen verliehen ihrem Protest Ausdruck, indem sie die Demonstration der Faschist*innen mit Wasserbomben bewarfen. Antifaschist*innen zeigten, dass Weimar keinen Platz für Faschismus hat und machten wie geplant den Neo-Nazi Aufmarsch zum Desaster!