Aufruf zur Demonstration: „8. März ist jeden Tag! – Krise überwinden heißt Kapitalismus bekämpfen. Queer_feministisch, solidarisch, intersektional.“

English version below.

MONTAG 28. FEBRUAR 2022 | 18:30 UHR | THEATERPLATZ

Menschen in Polen kämpfen unter dem Slogan „My body, my choice!“ für ein Recht auf Abtreibung und setzen sich dabei den Repressionen eines autoritären Staates aus. Währenddessen missbrauchen Coronaleugner*innen bis hin zur AfD diesen Slogan, um ihre Impfverweigerung zu legitimieren. Sie verhöhnen damit alle, die starben, weil ihnen aus absurden ideologischen Gründen eine Abtreibung verwehrt wurde. Sie verhöhnen alle, die schon lange gegen die patriarchale Unterdrückung kämpfen, für deren Kämpfe sie sich bisher nie interessierten oder denen sie sogar in den Rücken fielen.

Doch auch in diesem Jahr sind die stetigen Angriffe aus dem autoritären Lager auf die (queer)feministische Bewegung nicht der einzige Grund für Frauen, Lesben, inter, non-binary, trans und agender Menschen (FLINTA*), am 8. März, dem feministischen Kampftag, für Selbstbestimmung und Gerechtigkeit auf die Straße zu gehen. Durch die Pandemie und ihre Auswirkungen haben sich die patriarchalen Ungleichheiten in den vergangenen zwei Jahren weiter verschärft. Vor allem migrantisierte und FLINTA* Personen verrichten unterbezahlte sog. systemrelevante Lohnarbeit, müssen – besonders in der Pandemie – unentgeldliche Carearbeit leisten und sind so Mehrfachbelastungen ausgesetzt. Durch eine Zuspitzung der Wohnungsnot, Schließung öffentlicher Einrichtungen und häfigeres zu Hause bleiben (müssen) ist es noch schwerer für FLINTA* Personen geworden, patriarchaler Gewalt zu entkommen. So steigen auch die Zahlen von häuslicher Gewalt und Feminiziden seit Beginn der Pandemie. Verstärkt durch „Social Distancing“ fällt eine Unterstützung durch soziale Umfelder weg und die Arbeit von unterstützenden Strukturen wie Beratungsstellen und sicheren Räumen können aufgrund von Unterbezahlung nicht genügend Kapazitäten aufbringen. Hierbei ist klar zu bennen: Die Pandemie trifft uns nicht alle gleich, gemeinsam müssen wir für eine intersektionale soziale Gerechtigkeit kämpfen. Die Pandemie und ihre politische Bewältigung wird auf dem Rücken von armen, migrantisierten und FLINTA* Personen ausgefochten, darauf haben wir keinen Bock mehr!​​​​​​​  Um die Pandemie solidarisch zu überstehen und darüber hinaus in einer besseren Gesellschaft zu leben, brauchen wir ein Sorge-, Bildungs- , Wohnungs- und Gesundheitssystem, dass sich am Menschen orientiert und nicht am Profit. 

Der 8. März rückt näher, doch wir wissen: Der Kampf gegen die Unterdrückung von FLINTA* in dieser Gesellschaft ist nicht an einem Tag gewonnen. Die Ursachen dieser Unterdrückung liegen im patriarchalen, kapitalistischen System. Corona wirkt darauf wie ein Brennglas, deshalb heißt es gerade zu Pandemiezeiten: 8. März ist jeden Tag!

  • Tragt FFP2-Maske, haltet Mindestabstände ein und bleibt zu Hause, wenn ihr euch krank fühlt!
  • Kommt nicht alleine zur Demo und achtet auf einander!
  • Lasst euch nicht von der Polizei schikanieren!
  • Schützt euch und andere, indem ihr euch impfen lasst!

English version:

Call to Demonstration: Every day is March 8! – surviving the crisis means fighting against capitalism. Queerfeminist, intersectional, in solidarity.

MONDAY FEBRUARY 28 2022 | 6:30 PM | THEATERPLATZ

Abortion campaigners in Poland fight for the right to bodily autonomy under the slogan “My body, my choice” – and in doing so, suffer the consequences of demonstrating against an authoritarian state. At the same time, corona deniers and the AfD misuse this slogan to legitimise their refusal to be vaccinated. This is a slap in the face to everyone who has died because they were unable to get an abortion for absurd ideological reasons. It’s a slap in the face to everyone who has spent years fighting against patriarchal oppression – people who the corona deniers and AfD never supported, and even stabbed in the back.

But this year, constant attacks from authoritarian regimes on queer-feminist movements are not the only reason for women and gender non-conforming (GNC) people to take to the streets on the 8th of March, demonstrating for bodily autonomy and equality. The last two years of the pandemic have contributed to major increases in the inequalities fueled by the patriarchy. The so-called “essential work”, constantly underpaid, is done primarily by women and GNC people, often with a migrant background, and the same people are also overwhelmed by unpaid emotional and dmoestic labour. An increase in housing problems has also made it harder for women and GNC people to escape patriarchal violence, and as a result, the rates of domestic violence and femicide have skyrocketed during the pandemic. Social environments are limited by the pandemic, safe spaces and counselling centers are poorly funded. Here, it becomes clear – the pandemic doesn’t affect everyone equally. We have to stand together and fight for intersectional social equality. Strategies for dealing with this pandemic have constantly exploited the poor, migrants, women and GNC people, and we won’t take it anymore. To survive this pandemic and build a better society, we need care, education, living and healthcare systems that focus on people not profits.

The 8th of March is getting closer, but we know that the fight against the oppression of women and GNC people in our society won’t be won in one day. The causes of these oppressions are to be found in patriarchal and capitalist systems. Corona magnifies these problems drastically, so especially during the pandemic: Every day is the 8th of March!

  • Wear an FFP2/N95 Mask, observe social distancing and stay at home if you feel sick.
  • Don’t come alone to the demo, watch out for your friends.
  • Don’t let the police harrass you!
  • Take care of yourself and others by getting vaccinated!